Thema

Donau

Das Vorhaben setzt bereits länger am GWZO unternommene Forschungen fort: Die Veränderungen in der Besiedlung Pannoniens zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert und die Erforschung von Goldobjekten des 6./7. Jahrhunderts als Ausdruck antiker Elitenrepräsentation.

Scheibenfibel aus Keszthely-Fenékpuszta

Archäologie des frühen Christentums im mittleren und unteren Donauraum zwischen Spätantike und hohem Mittelalter

Die im 10. bis 11. Jahrhundert gegründeten Erzbistümer und damit einhergehende Missionsbemühungen waren wichtige Schritte für die Verbreitung des Christentums im östlichen Mitteleuropa, aber sie bildeten nicht den Beginn des christlichen Wirkens dort. Denn sowohl schriftliche als auch archäologische Zeugnisse belegen die Existenz des neuen Glaubens von Raetien bis zum Donaudelta schon seit dem 4. Jahrhundert. Eine Zäsur in der Entwicklung stellte die Aufgabe der Provinzen Noricum und Pannonien durch die römische Reichsadministration dar, in deren Folge dem frühen Christentum unter wechselnden barbarischen Herrschaftsansprüchen eine wichtige Rolle als Kontinuitätsträger spätantiker Tradition zufiel. Die Provinzen an der unteren Donau verblieben hingegen in oströmischer Hand, aber auch hier kann eine Transformation der Gesellschafts- und Siedlungsstrukturen beobachtet werden, in denen christlichen Würdenträgern und Institutionen eine wichtige Rolle zufiel. Unter geschichtswissenschaftlicher und archäologischer Perspektive werden die Etappen der Ausbreitung und der wechselnden Bedeutung des Christentums in ausgewählten Regionen des mittleren und unteren Donauraumes erforscht. Das Christentum steht in den einzelnen Zeitphasen stellvertretend für Innovation, Kontinuität, Tradition, Identität und Herrschaft, und es hinterließ Spuren, die es zu rekonstruieren gilt. Daher sollen die Universalität und Komplexität einzelner Prozesse, aber auch ihre regionalen Spezifika, erfasst und vergleichend untersucht werden.

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