Oskar-Halecki-Vorlesung

Oskar-Halecki-Vorlesung

Oskar-Halecki-Vorlesung

Die jährliche »Oskar-Halecki-Vorlesung« gehört, neben der GWZO-Jahrestagung, zu den prominenten Veranstaltungen im Jahreslauf des GWZO.

Die Oskar-Halecki-Vorlesung verfolgt das Ziel, internationale Spitzenwissenschaftler*innen und renommierte Akteur*innen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu einem in der wissenschaftlichen Diskussion umstrittenen Thema einzuladen. Die vor prominenter Öffentlichkeit gehaltenen Vorlesungen werden anschließend zum Druck gegeben, um ihre breite Rezeption und fortdauernde Diskussion anzustoßen.

  • Oscar Halecki
  • Oskar Halecki (1891–1973): Der in Wien geborene Pole war einer der führenden Mittelalter- und Neuzeithistoriker im Polen der Zwischenkriegszeit. Auf dem internationalen Historikerkongreß 1933 in Warschau prägte er die erste Grundsatzdebatte über das Selbstverständnis der historischen Teildisziplin Osteuropäische Geschichte. 1940 in die Emigration gezwungen, gründete er 1942 in New York das Polish Institute of Arts and Sciences in America. Hier entwickelte Halecki seine geschichtsregionale Konzeption Ostmitteleuropas als historischer Strukturlandschaft und verfaßte seine bis heute wegweisende Gesamtdarstellung »Borderlands of Western Civilization. A History of East Central Europe« (New York 1952) sowie seine grundlegende Studie »The Limits and Divisions of European History« (London, New York 1950).

Vortragende

Portrait Manuela Boatca: Person mit kurzen braunen Haaren, grauer Strickjacke und silbernen Ohrringen und Halskette vor hellem Hintergrund.

»Entwirrung« – Unequal Romanias. Moderne an der Schnittstelle von Kolonialität und Interimperialität
31. März 2026 | GWZO, Leipzig 

Gemäß seiner Selbstdefinition war der 1859 gegründete, moderne rumänische Staat eine Fortsetzung der Romania, des lateinischsprachigen Territoriums des Römischen Reiches. Auch in Österreich-Ungarn übernahm das rumänische nationale Narrativ in Siebenbürgen die klassizistische, okzidentalistische longue durée der römischen Imperialität und bekräftigte seine Verwandtschaft mit der Wiege europäischer romanischer Sprachen. Ähnlich wie »die Neue Romania«, als welche Lateinamerika bekannt war, schaffte es diese Romania jedoch nie wirklich in den abendländischen Klub europäischer Latinität, die zunehmend dem westlichen Christentum vorbehalten war. Anhand dieses historischen und linguistischen Nexus macht Manuela Boatcă die Konkurrenz von Kolonialität und Interimperialität auf dem Territorium des heutigen Rumäniens deutlich und widmet sich transimperialen Verhandlungen in einem Weltsystem, das zunehmend von westeuropäischen Kolonialmächten beherrscht wurde.

Prof. Dr. Manuela Boatcă ist Professorin für Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit Schwerpunkt Makrosoziologie und Head of School Global Studies Programme.

Die Oskar-Halecki-Vorlesung 2026 findet als Teil der Ringvorlesung »In die Walachei…« statt.

Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Oskar-Halecki-Vorlesung 2024
Halecki Vorlesung Alfrun Kliems

Mitteleuropa? Literaturwissenschaftliche Betrachtungen zu einem geschichtswissenschaftlichen Begriff
5. März 2024 | GWZO, Leipzig 

(Ost-)Mitteleuropa ist ein für das GWZO konstitutiver, indes seit längerem umstrittener Begriff. Dabei werden vor allem historische und historiografische Argumente getauscht. Der Vortrag geht dem Begriff als einer literaturwissenschaftlichen Kategorie nach und seiner analytischen Fruchtbarkeit für die ästhetische Selbstreflexion des Raumes in der Gegenwart.

Prof. Dr. Alfrun Kliems ist Professorin für Westslawische Literaturen und Kulturen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht u.a. zu Sprachwechsel, Migrationsliteraturen und Poetiken des Underground und befasst sich derzeit mit den postsozialistischen Literaturen Mitteleuropas.

Attila Pok

Alte und neue »Sündenböcke« im östlichen Europa: Perspektiven auf Ungarn und darüber hinaus
3. April 2023 | GWZO, Leipzig 

Wozu dienen Sündenböcke im modernen politischen Denken? Können Sie auch konstruktiv sein? Der Vortrag untersucht ihre Rolle  im östlichen Europa, mit einem Fokus auf Ungarn im 20. und 21. Jahrhundert.

Prof. Dr. Attila Pók (Ungarische Akademie der Wissenschaften / Institute of Advanced Studies Kőszeg (iASK)) ist ein renommierter ungarischer Historiker, der sich über Jahrzehnte in die internationale Geschichtswissenschaft vor allem mit Studien zur Geschichte des modernen Nationalismus sowie zur Historiographiegeschichte eingebracht hat.

Olesya Khromeychuk

Choosing freedom in Ukraine: historical roots and contemporary meaning.
27. Oktober 2022 | GWZO, Leipzig 

Seit dem Beginn der russischen Invasion hat die Ukraine die Welt mit einer Einigkeit und einem Widerstand überrascht, die nur wenige erwartet hatten. Ein genauer und differenzierter Blick auf die Geschichte dieses Landes und seiner Völker kann helfen, die Ursprünge sowohl der Einheit als auch des Widerstands zu erklären. 

Dr. Olesya Khromeychuk ist Schriftstellerin und Historikerin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte des östlichen Europa und insbesondere der Ukraine im 20. Jahrhundert.

Carnap-Bornheim

Kriegsbedingt zerstört – wissenschaftlich rekonstruiert. Die Prussia-Sammlung aus dem Königsberger Schloss
2. November 2021 | Salles de Pologne, Leipzig

Claus von Carnap-Bornheim verband die Schilderung der methodischen Vorgehensweise dieses Digitalisierungsprojektes mit Einblicken in die baltische Vor- und Frühgeschichte. Beispiele von bronzezeitlichen Hortfunden, Gräberfeldern der vorrömischen Eisen-, der römischen Kaiserund der Völkerwanderungszeit gaben eine Vorstellung der Bandbreite archäologischer Funde.

Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim ist Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Direktor des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf. 

Mishkova

How the Balkans came to be: A look from the inside
9. September 2019 | GWZO, Leipzig

Rückständig, barbarisch, zerrissen – das Bild des Balkans in der westlichen Welt ist noch heute geprägt von Vorurteilen, Klischees und Stigmata. Diana Mishkova betrachtete die Großregion Balkan von innen nach außen. Wie sah und sieht sich der Balkan selbst, welchen Stellenwert nahm und nimmt hier die (westliche) Außensicht ein?

Prof. Dr. Diana Mishkova ist Professorin für Geschichte und Direktorin des Centre for Advanced Study in Sofia. Ihre Forschungsinteressen gelten der Südosteuropäischen Geschichte, den Area Studies und der Historiographie. 

  • Zeitschichten des Prager Frühlings. Über die Wiederkehr der Vergangenheit beim Entwerfen der Zukunft

    Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (Ludwig-Maximilians-Universität München)
    3. September 2018


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  • Modellierung und Emotionalisierung. Nationale Geschichtsnarrative in osteuropäischen Populärmedien

    Prof. Dr. Ulrich Schmid (Universität St. Gallen)
    24. Oktober 2017



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  • Slowakische Geschichte und Kultur im alten und neuen Europa: von der Doppelmonarchie der Habsburger bis zur EU der 28

    Magdaléna Vášáryová (Botschafterin a.D., ehem. Mitglied des Slowakischen Nationalrates, Bratislava)
    11. Oktober 2016

  • Searching for a New World Order

    Prof. Dr. Adam Daniel Rotfeld (Universität Warschau, Außenminister der Republik Polen a.D.)
    13. Oktober 2015

  • Gesellschaftspsychologie einer Revolution. Die »Solidarność« als Massenbewegung, ihre Niederlage während des Kriegsrechts und wie ihr Mythos als Deckmantel für die Transformationsprozesse in Polen genutzt wurde

    Prof. Dr. Karol Modzelewski (Universität Warschau)
    21. Oktober 2014

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  • Mitteleuropäische Raum(ge)schichten: Ein Querschnitt durch Budapest

    Prof. Dr. Ákos Moravánszky (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich)
    20. Juni 2012


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  • Nordosteuropa als Geschichtsregion – Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Klaus Zernack zum 80. Geburtstag

    Prof. Dr. Matti Klinge (Universität Helsinki)
    20. Juni 2011


     

  • Secrets and Truths: Knowledge Practices of the Romanian Secret Police

    Univ.-Prof. Katherine Verdery (Universität New York)
    19. Oktober 2010


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  • Auf dem Wege zum und im Epochenjahr 1989

    Dr. Hans-Dietrich Genscher (Bundesminister des Auswärtigen a. D.)
    14. Oktober 2009


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  • Herrschaftsrepräsentation und Totenritual in der eurasischen Steppe: Neue Forschungen in skythenzeitlichen Großkurganen

    Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin)
    13. November 2008

  • Gibt es ein Literarisches Ostmitteleuropa?

    Univ.-Professor Dr. István Fried (Universität Szeged)
    22. November 2007 



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  • Die »ethnische Wende« des Frühmittelalters und ihre Auswirkungen auf Ostmitteleuropa

    Univ.-Prof. Dr. Walter Pohl (Universität Wien)
    1. Dezember 2006



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  • (Ost-)Mitteleuropa als Kunstgeschichtsregion?

    Professor Dr. Thomas DaCosta Kaufmann (Princeton University, USA)
    27. Oktober 2005



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  • Die Großmächte und Ostmitteleuropa vom Berliner Kongreß bis zum Fall der Berliner Mauer1878–1991

    Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Piotr S. Wandycz (Yale University, USA)
    7. Oktober 2004


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  • Die Kategorie Zeit in der Geschichtsschreibung Ostmitteleuropas

    Prof. Dr. Maria Todorova (University of Illinois at Urbana-Champaign, USA)
    12. Dezember 2003


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  • Ethnonationalismus - eine ostmitteleuropäische Erfindung?

    Prof. PhDr. Dr. h.c. mult. Miroslav Hroch, DrSc. (Karls-Universität Prag)
    9. Dezember 2002


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  • Das kurze 20. Jahrhundert Polens: Bilanz eines europäischen Sonderwegs?

    Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej (Uniwersytet Warszawski)
    4. Dezember 2001



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