Thema

Eiszeitforschung und Vogelkunde

Die Geschichte der Erforschung von unbelebter und belebter Natur im östlichen Europa mit der Kulturgeschichte der Region zu verbinden, ist Ziel der wissenschaftshistorischen Untersuchungen, in deren Fokus transnationale Verflechtungen der Glazialgeologie und der Ornithologie stehen.

Karte von Europa mit Verbindungen zu verschiedenen Organisationen, die an der Vogelberingung beteiligt sind. Logos von 30 Organisationen sind abgebildet.

Verflechtungsgeschichte von Eiszeitforschung und Vogelkunde
Nach dem Ende der letzten Kaltzeit, in der bis vor etwa 10.000–12.000 Jahren große Teile des östlichen Europa unter einem riesigen Eisschild lagen, haben sich überall in der Region Ur- und Frühmenschen in einer »Ur- und Frühumwelt« angesiedelt. Die Entwicklung menschlicher Kultur in den ersten Jahrtausenden ist Gegenstand der Ur- und Frühgeschichtsforschung. Während sich dies im 19. Jahrhundert nachhaltig nationalisierte, wurde die Naturgeschichtsforschung zeitgleich zu einer von Beginn an internationalisierten Disziplin. Selbst in Zeiten des Kalten Krieges schien in der weltweit verflochtenen Eiszeitforschung zu gelten: »No Cold War in Ice Age Research«. Auch für die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verwissenschaftliche Vogelkunde (Avifaunistik) ist ein hoher Grad an transnationaler Verflechtungen zu konstatieren. Es ist das (auch von den Eiszeiten mitbestimmte) Zugverhalten der meisten Vogelarten, das seit den disziplinären Anfängen einen funktionierenden Austausch über nationale Grenzen hinweg zwingend erfordert. 

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