International Scientific Network Late Antique Hilltop Settlements in Europe (LAHIS)

Dreieckiges Logo mit dem Schriftzug 'LAHIS' und darunter der Text 'Late Antique Hilltop Settlements'

International Scientific Network

Late Antique Hilltop Settlements in Europe (LAHIS)

Das internationale wissenschaftliche Netzwerk »LAHIS« (Late Antique Hilltop Settlements in Europe = Spätantike Höhensiedlungen in Europa) wurde 2022 gegründet. LAHIS bildet eine interdisziplinäre und internationale Plattform für den Austausch und die Wissensvermittlung zu Höhensiedlungen, die das Besiedlungsbild in vielen Teilen Europas vom späten 3. bis zum 7. Jh. n. Chr. entscheidend prägten. 

Im LAHIS-Netzwerk sind 40 Archäolog*innen und Historiker*innen aus 18 Ländern Europas vertreten. Mit einem gesamteuropäischen Blick auf die Höhensiedlungen sollen Forschungskompetenzen gebündelt, Theorien, Methoden sowie Forschungsstand und -perspektiven vergleichend betrachtet und diskutiert werden. Darüber hinaus stehen das Sammeln und die Vermittlung unseres Wissens über spätantike Höhensiedlungen im Fokus des Netzwerks. Neben der Entwicklung einer Datenbank wird für die Jahre 2028/29 eine an die breite Öffentlichkeit gerichtete Ausstellung über spätantike Höhensiedlungen konzipiert.

Spätantike Höhensiedlungen in Europa

Luftaufnahme der spätantiken Höhensiedlung auf dem bewaldeten Monte San Martino mit sichtbaren Ruinen und umliegendem Tal im Trentino

Siedlungen in topographisch signifikanter Position oder exponierter Lage werden in der Forschung als Höhensiedlungen oder Höhenfestungen bezeichnet. Viele dieser Plätze wurden über die Jahrhunderte hinweg immer wieder besetzt: von der bronzezeitlichen Befestigung bis hin zur hochmittelalterlichen Burg. Im kulturellen, lokalen Gedächtnis werden mit diesen Orten neben kultisch-religiösen vielfach auch identitätsstiftende und vielleicht legitimierende Vorstellungen verbunden. Der Wechsel vom Tal zur Anhöhe während der Spätantike kann erst vor dem Hintergrund der Transformation der römischen Welt erforscht und erklärt werden. Obwohl Höhensiedlungen in der kulturellen Neuausrichtung vieler Regionen zwischen Antike und Mittelalter eine wichtige Rolle zugesprochen wird, fehlt es an einer Einordnung des Phänomens. Höhenanlagen sind bereits ab dem 3./4. Jahrhundert innerhalb und im Vorfeld der Grenzen des Imperium Romanum bekannt und gewinnen während des 5./6. Jahrhunderts mit dem Rückgang der antiken urbanen Landschaft und der staatlichen Kontrolle verstärkt an Bedeutung. Je nach ihrem politischem Umfeld und ihrem Befund- sowie Fundspektrum können Höhenanlagen unterschiedliche Funktionen erfüllt haben, ob als kurzfristig besiedeltes Refugium, als Fluchtburg bzw. als Militärstation oder als dauerhaft angelegte Siedlung, als sakrales Zentrum bzw. regionaler und/oder überregionaler Herrschaftssitz. Die zeitlichen Entwicklungsebenen haben unterschiedliche Erscheinungsformen der Höhensiedlungen hervorgebracht, die Beweggründe und Verortung spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.

Laufende Projekte der Netzwerkmitglieder und aktuelle Forschungen zu Höhensiedlungen:

Mitglieder und Institutionen

Europakarte mit farblich markierten Herkunftsländern der Mitglieder des LAHIS Netzwerks, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Belgien, Schweiz, Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.

Das LAHIS-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Archäolog*innen und Historiker*innen aus 18 Ländern Europas. Die Mitglieder des Netzwerks sind in mehreren Gruppen organisiert. Neben einer Kerngruppe, der die organisatorische Leitung obliegt, gibt es drei regional konzipierte Gruppen, nämlich Alpen- und Alpenvorland, Westeuropa und die Balkanhalbinsel.

Kerngruppe

  • Regionalgruppe Westeuropa

    • Brulet, Raymond
    • Dark, Ken
    • Kasprzyk, Michel
    • Noble, Gordon
    • Martinez, Damien
    • Ristow, Sebastian
    • Seaman, Andy
    • Tejado Sebastián, José María
  • Regionalgruppe Alpen- und Alpenvorland

    • Chavarría Arnau, Alejandra
    • Eitler, Josef
    • Kainrath, Barbara
    • Milavec, Tina
    • Modrijan, Zvezdana
    • Pavlovič, Daša
    • Possenti, Elisa
    • Steinacher, Roland
    • Villa, Luca
    • Wyss, Annina
  • Regionalgruppe Balkanhalbinsel

    • Džidrova, Ljubinka
    • Gračanin, Hrvoje
    • Katić, Miroslav
    • Kirilov, Chavdar
    • Lepić, Adisa
    • Milinković, Mihailo
    • Nallbani, Etleva
    • Petrov, Ordanche
    • Rizos, Efthymios
    • Sdrolia, Stavroula
    • Snively, Carolyn S.

Workshops, Arbeitsgruppentreffen, Ausstellungen

05.-08.10.2026, Skopje
»Resources – production – trade: economic networks of late antique hilltop settlements« (in Vorbereitung/in progress)

 

Logo des LAHIS Netzwerks mit dem Schriftzug 'Looking through Landscapes: The Spatial Turn of Late Antique Hilltop Settlements' und einer stilisierten Landschaftsaufnahme eines Hügelplateaus, darunter Veranstaltungsdaten und Ort '27th – 29th November 2024 Archäologisches Museum Frankfurt'

27.-29.11.2024, Archäologisches Museum Frankfurt am Main

Tagung Frankfurt 2024
»Looking through Landscapes: The Spatial Turn of Late Antique Hilltop Settlements«
 

Dreieckiges Logo mit dem Schriftzug 'LAHIS' und darunter der Text 'Late Antique Hilltop Settlements'

24.11.2022, Bayerische Akademie der Wissenschaften, München
 

Gemeinsames Arbeitsgruppentreffen 2022 
»Over-view, Joint Discussion, Planning of the Exhibition«

Grafik mit einer Rekonstruktion einer spätantiken Höhenburg mit mehreren Häusern und einer Steinmauer sowie einem Luftbild eines archäologischen Geländes in einer bewaldeten Hügellandschaft mit verstreuten Gebäuden und Feldern

22.-24.09.2021, National Museum of Slovenia, Ljubljana

Tagung Ljubljana 2021
»Intentions and Meaning: A Comparative View of Late Antique Hilltop Sites in Europe« 

in Vorbereitung
Ausstellung 2028/29 

Das LAHIS-Netzwerk begleitet die Vorbereitung einer Ausstellung über spätantike Höhensiedlungen mit der Beteiligung folgender Museen: 

Slowenisches Nationalmuseum Ljubljana (Slowenien): Dr. Daša Pavlovič, Dr. Vesna Tratnik 
Archäologisches Museum Zagreb (Kroatien): Dr. Ivan Radmann 
Archäologisches Museum Frankfurt am Main (Deutschland): PD Dr. Wolfgang David, Maria Messner M. A., Dr. Carsten Wenzel

Datenbank

In einer Kooperation des Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Projekt II.E.05 Archäologische Erforschung der römischen Alpen- und Donauländer) wurde unter der Leitung von Orsolya Heinrich-Tamáska und Marcus Zagermann eine OpenAtlas-Datenbank für die Erfassung spätantiker Höhensiedlungen konzipiert. In der LAHIS-Datenbank werden bekannte spätantike Höhensiedlungen mit ihrer geographischen Position und Grundangaben wie Größe, Lage, Datierung, Deutung, Publikation einheitlich erfasst. Die Daten dienen sowohl der wissenschaftlichen Auswertung als auch der geplanten Ausstellung.

Bearbeitung
Fabian Auer | BA
Institut für Archäologien
Universität Innsbruck
csas9138(at)student.uibk.ac.at 

Kontakt

Late Antique Hilltop Settlements in Europe

Prof. Dr. Orsolya Heinrich-Tamáska
Leibniz Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
Specks Hof (Eingang A)
Reichsstraße 4–6
D-04109 Leipzig