Brennendes Gebäude mit blauem Kirchenschiff und grünem Turm, aus dem schwarzer Rauch aufsteigt

Ausstellung | 19.02.2025 - 19.02.2035

Destroyed Ukrainian Heritage – analog und digital

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden viele Städte mit Drohnen, Raketen und Artilleriefeuer angegriffen. Dies hat den Menschen Tod und unendliches Leid gebracht und lebenswichtige Infrastruktur zerstört. Gleichzeitig hat das kulturelle Erbe der Ukraine enorme Verluste erlitten.

Es ist schwierig, die Gesamtzahl der zerstörten Gebäude zu bestimmen, doch die geschätzte Zahl liegt bereits bei über 250.000. Zu dieser Zahl gehören einzigartige und wertvolle architektonische Wahrzeichen, doch nur sehr wenige davon sind offiziell anerkannt und gesetzlich geschützt. Ein Großteil des zerstörten Kulturerbes war nicht als Denkmal gelistet. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, bevor sie überhaupt erforscht wurden, und ihr Wert war nicht bekannt. Obwohl sich die Kampfzone größtenteils im östlichen Teil des Landes befindet, verursachen Raketen und Drohnen im gesamten Gebiet der Ukraine Schäden. Selbst im Westen des Landes, nahe der Grenze zu Polen, kommt es zu Angriffen. Die geografische Verteilung der Verluste umfasst vor allem die großen Städte, umfasst aber auch Kleinstädte und Dörfer, von denen einige ihre einzigen bemerkenswerten Gebäude verloren haben.

Die Ausstellung »Destroyed Ukrainian Heritage. Ukraine's Built Heritage since February 24, 2022. A Record of Destruction« versucht, eine Vorstellung vom Ausmaß der Zerstörung und der Bandbreite der betroffenen Gebäude zu vermitteln. Anhand von 40 ausgewählten Beispielen aus dem gesamten Territorium der Ukraine soll das Ausmaß und die Bandbreite der systematischen Zerstörung des ukrainischen Bauerbes gezeigt werden. Sie konzentriert sich bewusst auf eine nüchterne Dokumentation der Zerstörung. Das unermessliche Leid der betroffenen Menschen wird nicht dargestellt. Es bleibt der Vorstellungskraft der Betrachter*innen überlassen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Semen Shyrochyn, Kiew, in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur Osteuropas (GWZO) kuratiert. Unser Dank gilt dem Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit« für die großzügige Unterstützung des Projekts.

Im März 2026 wurde eine Aktualisierung und Erweiterung der Ausstellung bewilligt, weiterhin gefördert durch den Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit«. Bis Ende des Jahres kann die Ausstellung so um rund 40 weitere, meist öffentliche Gebäude ergänzt werden.

 

Kuration: Dr. Semen Shyrochyn

Veranstalter: GWZO

Ort: analog und online

Fünf aufstellbare Ausstellungstafeln mit Texten und Fotos zu zerstörtem ukrainischem Kulturerbe in einem Raum mit blauem Teppichboden
Zwei grüne Stühle vor einem Informationsdisplay mit Text und Bildern in einem hellen Raum mit großen Fenstern und Bücherregalen.
Fensterfront einer Bibliothek mit zwei großen Informationsplakaten zu Skowrodo-Museum und Christi-Verklärungs-Kathedrale.

Eine analog fortgesetzte Ausstellung

Gemeinsam mit der Online-Ausstellung »Destroyed Ukrainian Heritage« konnte eine analoge Roll-Up-Ausstellung realisiert werden, die auf große Resonanz stieß. Fünf Beispiele des zerstörten ukrainischen Kulturerbes waren im Laufe der letzten Monate etwa in fünf Leipziger Stadtteilbibliotheken sowie an weiteren öffentlichen Orten zu sehen, unter anderem im Leipziger Stadtbüro, beim Verein Oseredok Leipzig e.V. oder bei der Leipziger Buchmesse 2026. Die Roll-Ups informieren exemplarisch über das Ausmaß der Zerstörung und verweisen über einen QR-Code auf die digitalen Ausstellung.

Nun soll die Ausstellung als Wanderausstellung an weiteren Orten sichtbar werden:
Sie kann kostenfrei ausgeliehen werden und umfasst fünf Roll-Ups, die flexibel und auch unabhängig voneinander aufgestellt werden können. Das GWZO übernimmt Versand und Portokosten. Eine Präsentation ist ab einer Laufzeit von drei Wochen möglich. Bei Interesse oder Fragen zur Organisation freuen wir uns über eine Anfrage per E-Mail an oeffentlichkeit@leibniz-gwzo.de.

Ein Podcast-Beitrag mit weiteren detaillierten Informationen findet sich hier

Förderung

Blaues Logo mit dem Text 'Wert der Vergangenheit'. Leibniz in Schreibschrift darüber.

Die digitale Ausstellung wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit« finanziert.