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Neubewertung und Rekonstruktion

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Der spätmoderne Massenwohnungsbau stellt einen Meilenstein in der ukrainischen Stadtentwicklung dar. Im Zuge der russischen Invasion werden seit 2022 Wohngebiete von der russischen Armee schwer beschossen, was zahlreiche Todesopfer und die Zerstörung des architektonischen Erbes zur Folge hat.

Blick auf eine städtische Landschaft mit grauen Wolken und trübem Himmel. Im Vordergrund sind kahle Bäume und ein leerer Platz sichtbar. Mehrere Wohngebäude sind im Hintergrund zu sehen.

Neubewertung und Rekonstruktion: Die Massenwohnsiedlungen der Spätmoderne in Charkiw und Saporischschja 

Charkiw und Saporischschja waren zentrale Orte für städtebauliche Experimente der lokalen Abteilungen des Stadtplanungsinstituts Dipromisto. Ihre Nähe zur Frontlinie hat jedoch seit der russischen Invasion 2022 zu einer massiven Zerstörung von Wohngebieten geführt. Angesichts des problematischen Status der Massenwohnsiedlungen im denkmalpflegerischen Diskurs stellt sich die Frage nach ihrer zukünftigen Erhaltung. 

Das Projekt analysiert die Prinzipien und Entscheidungsstrukturen der sowjetischen Stadtplanung, um das spätmoderne Erbe im postkolonialen Kontext der Ukraine neu zu bewerten. Ein zentrales Problem ist die sich verändernde Wahrnehmung der sowjetischen Architektur seit 2022, denn es gilt, ein Gleichgewicht zwischen der notwendigen Entkolonialisierung und grundlegenden Erhaltungsprinzipien herzustellen. Untersucht wird unter anderem die Rolle »weicher« städtischer Strukturen beim Wiederaufbau. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zivilgesellschaftlichem Aktivismus, Gemeinschaftsbildung, lokalen Initiativen und partizipativen Ansätzen. Das Projekt zielt darauf ab, Konzepte für die Erhaltung historischer Gebäude als Teil einer resilienten und nachhaltigen Stadtentwicklungsstrategie zu entwickeln.

Das Vorhaben ist Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Verbundprojekts Cities. Building. Culture. The residential heritage of the Soviet Union in times of multiple crises, in dem das GWZO mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammenwirkt.

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