Thema
Erinnern im Exil
Das Projekt schafft einen Dialograum, in dem Ukrainer*innen in Leipzig ihre Erfahrungen seit dem Zerfall der Sowjetunion austauschen und niederschreiben. So entsteht ein deutsch-ukrainisches Hör- und Lesebuch, in dem Stimmen aus verschiedenen Regionen der Ukraine erklingen.
Erinnern im Exil: Ukrainische Perspektiven auf die Transformationszeit nach 1991
Mit der Ausweitung des russischen Krieges seit 2022 ist die ukrainische Community in Leipzig stark angewachsen. Der Deutsch-Ukrainische Kultur- und Bildungsverein Oseredok e.V. bietet einen Ort, an dem sich Geflüchtete aus verschiedenen Regionen des Landes begegnen und über ihre Lebensgeschichten austauschen. Neben den Erlebnissen im Krieg unterscheidet sich auch die Erfahrung der Transformationsprozesse der 1990er Jahre mitunter stark. Hier setzt das Projekt an, indem es sich – anders als die zahlreichen Dokumentationen des aktuellen Krieges – dezidiert der Zeit vor 2014 zuwendet. Es gestaltet einen Raum für dialogisches Erinnern und macht die Stimmen ukrainischer Schutzsuchender in der deutschen Öffentlichkeit hörbar.
Realisiert wird das Projekt in Kooperation mit dem Buchklub von Oseredok e.V. und dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow. In offenen Schreibwerkstätten verfassen die Teilnehmer*innen unter der Anleitung von Schriftstellerinnen und Schreibtrainerinnen kurze Prosa- und Poesieformen. Ausgewählte Texte werden ins Deutsche übersetzt und auf zweisprachigen Lesungen der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus werden einige der autobiografischen oder autofiktionalen Texte als virtuelles Hör- und Lesebuch aufbereitet.