Reenactment der Völkerschlacht

Themenfeld

Wissensproduktion und Wahrheitsregime zwischen Öffentlichkeit und Fachwissenschaft

Gegenwärtige Debatten um ein »postfaktisches Zeitalter« spiegeln ein zunehmendes Misstrauen gegenüber akademischem Expertenwissen wider. Dagegen erfreuen sich erfahrungsbasierte und emotionale Zugänge zu Wissen großer Popularität. Das Themenfeld nimmt Wissensproduktion und Erkenntniswege in heutigen und vergangenen Gesellschaften in den Blick und fragt nach den zeitspezifischen Kontexten von Plausibilität, Faktizität und Legitimität. Welche Rolle spielen Emotionen, Imaginationen, Genealogien, Materialität und mediale Eigenlogiken für die Entstehung epistemischer Autorität? Wie korrespondieren oder konkurrieren publizistische, populäre und wissenschaftliche Deutungspraktiken? Im Einzelnen beschäftigen sich die Projekte mit unterschiedlichen Hervorbringungen und Beglaubigungen historischer Narrative, mit performativen Geschichtspraktiken sowie mit der Visualisierung ethnisch-nationaler Gruppen.

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Forschungsthemen

Bilder der deutsch-polnisch-jüdischen Beziehungen

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Das polnisch-deutsche Kooperationsprojekt untersucht die Ikonografie der polnisch-deutsch-jüdischen Beziehungen in den ersten Jahrzehnten des »visuellen Zeitalters«, also von den 1890er bis zu den 1930er Jahren. In dieser Phase wurden zum einen visuelle Massenmedien zentral für Weltwahrnehmung. Zum anderen war es der Zeitraum, in dem die deutsch-polnisch-jüdischen Beziehungen zunehmend konfliktreich wurden.

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Dem Kommunismus auf der Spur

In historischen Stadtführungen wird Geschichte raumgebunden, mündlich und interaktiv erzählt. Am Beispiel der Präsentation des Staatssozialismus in kommerziellen Communism Tours untersucht das Projekt die Popularisierung, Kommodifizierung und Authentisierung von Zeitgeschichte in der gegenwärtigen Tourismusindustrie.

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Geschichte als Ahnenkult

Im Zuge der Pluralisierung von Geschichtszugängen gelangen auch Vergangenheitsentwürfe von den rechten Rändern zunehmend in den Mainstream öffentlicher Geschichtskultur. Das Projekt untersucht, wie ethnizistischer und rassistischer Ahnenkult in populär- und subkulturellen Geschichtspraktiken rechtsextreme Ideen in die Mitte der Gesellschaft tragen kann.

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Institutionalisierte Erinnerung und ihre Grenzen

Die »deutschen Umsiedler« aus der Bukowina wurden erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer »buchenlanddeutschen Gemeinschaft«. Das Projekt untersucht die sinn- und identitätsstiftenden Praktiken der »Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen« und beleuchtet über ein Oral-History-Projekt insbesondere die Grenzen der Vergemeinschaftung.

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Oral History der sowjetischen Deportationen aus der Westukraine, 1944-1955

Das Projekt befasst sich mit den Aussagen von Männern und Frauen über die Deportationen nach der sowjetischen Besetzung des westlichen Teils der Ukraine im Jahr 1944. Es analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Erfahrungen mit Verhaftung, Inhaftierung, Deportation und dem Leben in Sondersiedlungen und/oder Gulag-Gefängnissen sowie das Leben der Betroffenen nach der unmittelbaren Gewalterfahrung.

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»Slawische Archäologie« in der Volksrepublik Polen und der DDR

Das Projekt untersucht die »slawische Archäologie« in der Volksrepublik Polen und in der DDR. Anhand der Biographien von Witold Hensel und Joachim Herrmann fragt es nach der politischen und ideologischen Durchdringung dieser Forschungsrichtung in vergleichender Perspektive.

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