Thema
Die Pest in Böhmen und Mähren nach 1380
Im Rahmen des Projekts werden bisher noch weniger beachtete spätmittelalterliche Pestwellen in Böhmen und Mähren untersucht. Dabei werden insbesondere Formen der Bewältigung von Kontingenzen in den Blick genommen, die durch die Seuche entstanden bzw. verstärkt worden sind.
Kontingenzbewältigung im Kontext der Pest in Böhmen und Mähren nach 1380
Für die internationale Pestforschung waren Böhmen und Mähren lange Zeit ein blinder Fleck, da die erste Welle der zweiten Pestpandemie, der »Schwarze Tod« von 1347–1353, hier im Vergleich zu anderen Gegenden Europas eine weniger starke Wirkung entfaltet zu haben scheint. Die schwerste Pestwelle in Böhmen und Mähren fand 1380 statt und hat dementsprechend große Aufmerksamkeit in der tschechischen Forschung erhalten. Spätere Pestwellen blieben aber sowohl von der tschechischen als auch der internationalen Forschung weitgehend vernachlässigt. Diese Lücke soll durch meine Promotion geschlossen werden, indem ein längerfristiger Blick auf die Pestereignisse nach 1380 bis ins 16. Jahrhundert geworfen wird. Spezieller Fokus liegt dabei auf der Bewältigung von durch die Pest hervorgerufenen bzw. verstärkten Kontingenzen in verschiedensten Lebensbereichen. Es stellt sich die Frage, welche neuen Herausforderungen sich hieraus ergaben und wie versucht wurde, den Unwägbarkeiten zu begegnen. Weiterhin wird untersucht, ob sich aus der längerfristigen Perspektive Veränderungen im Umgang mit der Pest feststellen lassen.
Gefördert wird das Projekt durch den ERC Synergy Grant »A Novel Understanding of Pandemic Disease in Preindustrial Europe (1300-1800): Combining History, Machine Learning and Natural Sciences (EUROpest)«.