Thema

Feministische Alternativen

Das Projekt untersucht vier Jahrzehnte russischsprachigen Feminismus und rekonstruiert dabei marginalisiertes Wissen, das von Aktivist*innen, Künstler*innen und Intellektuellen hervorgebracht wurde. Es verfolgt basisorientierte Bewegungen im Spannungsfeld von Exil und den Herausforderungen spätsozialistischer sowie postsowjetischer Transformationsprozesse.

Illustration: Mehrere Personen tragen ein langes, violettes Banner mit weißem feministischen Symbol, eine Person sitzt an einem Tisch, eine andere verlängert das Banner.

Feministische Alternativen: Gegenepistemologien und Wissensproduktion im spät-sowjetischen und postsowjetischen russophonen feministischen Denken (1979–2022)
Das Projekt untersucht die jüngste Phase der unabhängigen Frauenbewegung in Russland und konzentriert sich auf alternative politische Erkenntnistheorien. Im Fokus stehen Themen, die unabhängige feministische Aktivist*innen, Künstler*innen und Intellektuelle in den letzten vier Jahrzehnten beschäftigt haben – darunter Ungleichheit, russische Kolonialdynamiken, Geschichte, Krieg und politische Gewalt; Staatsbürgerschaft, Körper und Sexualität; aktivistische Strukturen und transnationale Solidarität. Ziel ist es, das originäre feministische Wissen hervorzuheben, das in der russischen Gesellschaft und Wissenschaft sowie in der zeitgenössischen feministischen und kritischen Theoriebildung übersehen wurde.
Damit verfolgt das Projekt das (Wieder-)Aufleben des Basis-Feminismus im späten Sowjetrussland und seinen Wandel im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion sowie der postsozialistischen Transformationsprozesse. Es konzentriert sich insbesondere auf die Kontinuität der Entwicklung der Bewegung trotz mehrfacher, die ihren stetigen Fortschritt erschwerten, darunter Zwangsverbannung von Aktivist*innen, Migrationsprozessen und anderen Störungen. Das Projekt stützt sich auf Archivforschung, digitale Ethnografie und mündliche Zeitzeug*inneninterviews. Es umfasst partizipative interdisziplinäre Methoden und bindet Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen in einen kollaborativen Prozess der Wissensproduktion und des Dialogs ein.

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