Thema

Partizipative Holocaustforschung

Das Projekt untersucht, wie partizipatives Engagement bei der Erstellung digitalen Wissens die Forschung zum Holocaust prägt und fördert.

Screenshot einer Textdatei mit farblich markierten Entitäten wie Personen, Organisationen und Orten aus einer Zeugenaussage zum Holocaust, dargestellt in einer Softwareoberfläche mit Steuerungselementen oben links

Partizipative Forschung in den Holocaust-Studien. Digitale Chancen, Herausforderungen und Hierarchien
Das Projekt untersucht und fördert die Teilnahme der Öffentlichkeit an der Dokumentation und Erforschung des Holocaust, wobei der Schwerpunkt auf Daten und digitalen Ansätzen liegt. Die Digitalisierung und Sammlung großer Datensätze begann aufgrund des Engagements und der Nachfrage von Überlebenden und ihren Familien in Holocaust-Archiven und Forschungseinrichtungen verhältnismäßig früh. Freiwillige sammelten Namen und Schicksale von Holocaust-Opfern sowie Informationen über Orte der Verfolgung und Vernichtung. Diese Bemühungen knüpften an die frühe Dokumentation des Holocaust an, in der Gemeinden und Wissenschaftler außerhalb etablierter, staatlich finanzierter Institutionen Zeugenaussagen und andere Dokumente sammelten. Der Umfang der digitalen Dokumentation spiegelt zudem den fragmentierten, transnationalen und mehrsprachigen Charakter der Holocaust-Archive wider.

Die Untersuchung der Teilnahme ist daher von grundlegender Bedeutung für eine kritische Forschung zu digitalen Methoden in den Holocaust-Studien. Das Projekt untersucht, wie die partizipativen Grundlagen den Korpus des digitalen Wissens prägen: Stellt es einen demokratischen Ansatz dar oder führt es neue Hierarchien ein? Das Projekt fördert darüber hinaus Citizen-Science-Methoden in der Holocaust-Forschung im Allgemeinen und innerhalb der »European Holocaust Research Infrastructure« (EHRI) im Besonderen. Wir testen, wie Bürger*innen bei der Kuratierung von Korpora und Modellen beitragen können oder wie interessierte Gruppen oder Netzwerke, wie z. B. Genealogen, Wissen gemeinsam produzieren können. Das Projekt untersucht die Auswirkungen digitaler Werkzeuge und Methoden auf das Lesen und Hören von Holocaust-Zeugenaussagen. 

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