GWZO auf der Buchmesse
Leipziger Buchmesse 2026
Die Leipziger Buchmesse ist das größte Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche und ein fester Treffpunkt für Literaturbegeisterte, Autor*innen sowie Verlage aus aller Welt. Begleitet wird sie vom Lesefestival »Leipzig liest«, das mit hunderten Veranstaltungen an unterschiedlichsten Orten die ganze Stadt in eine Bühne für Literatur verwandelt.
Das GWZO war 2026 erneut mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten. Besonders erfreulich war, dass unser Auftritt mit dem Fokusthema »Donau – Unter Strom und zwischen Welten« zusammenfiel, das hervorragend zu den Forschungsschwerpunkten des GWZO passte. Mit unserer Arbeit zur Geschichte und Gegenwart des Donauraums, zu transregionalen Verflechtungen und kulturellen Räumen konnten wir vielfältige Perspektiven und zahlreiche Publikationen in dieses Thema einbringen.
An unserem Stand präsentierten wir neue Publikationen, boten Einblicke in verschiedene Formate der Wissenschaftskommunikation wie digitale Ausstellungen und kamen mit vielen interessierten Besucher*innen ins Gespräch.
Donnerstag, 19.03.2026
Original Ostblock. Der Staatssozialismus in touristischen Stadtführungen
Geschichte wird zunehmend als Erlebnis konsumiert. Für den Geschichtstourismus gilt dies in besonderem Maße. Doch was passiert konkret, wenn lokale oder nationale Vergangenheit an ein auswärtiges, internationales Publikum verkauft wird? Dieser Frage geht die Kulturwissenschaftlerin Sabine Stach anhand eines zentralen touristischen Formats nach: Der Stadtführung. Am Beispiel der immer beliebteren »communism tours« hat sie untersucht, wie das Erbe des Kalten Kriegs in Warschau, Prag und Bratislava für Tourist:innen gedeutet und als authentisches Erlebnis inszeniert wird.
Autorin Sabine Stach (GWZO) im Gespräch mit Achim Saupe (ZZF)
Uhrzeit: 17:00–17:30 Uhr
Ort: Donau-Bühne (Halle 4, D300/C301)
Veranstalter: GWZO
Freitag, 20.03.2026
Handbuch zur Geschichte der Kunst in Ostmitteleuropa. Band 5: 1570–1670
Mit dem fünften Band des »Handbuchs zur Geschichte der Kunst in Ostmitteleuropa« setzt das GWZO seine großangelegte Publikationsreihe fort. Der Band beleuchtet die Epochen um 1570 bis 1670; eine Zeit tiefgreifender politischer, religiöser und künstlerischer Veränderungen im östlichen Mitteleuropa. Im Zentrum stehen Austausch- und Transformationsprozesse, die sich in Architektur, Malerei, Bildkunst und Kunsthandwerk dieser Zeit manifestieren: zwischen Renaissance und Barock, zwischen Reformation und Gegenreformation, zwischen städtischen Zentren, Adelssitzen und religiösen Institutionen.
Reihen-Hg. Wilfried Franzen (GWZO) im Gespräch mit den Band-Hg.*innen Agnieszka Gąsior (Schlesisches Museum Görlitz) und Marius Winzeler (Grünes Gewölbe und Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden)
Uhrzeit: 17:00–17:30 Uhr
Ort: Donau-Bühne (Halle 4, D300/C301)
Veranstalter: GWZO
Freitag, 20.03.2026
Jiddische Perspektiven auf Rumänien in der Zwischenkriegszeit
Die Liveaufnahme des detektor.fm Forschungsquartetts widmet sich der Neuedition von Schlojme Bickels Monografie »Rumänien. Geschichte, Literaturkritik, Erinnerungen« (1961). Das im amerikanischen Exil entstandene Werk des jiddischsprachigen Autors zeichnet in 37 Kapiteln ein lebendiges Bild jüdischen Lebens in Rumänien vom späten 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit. Im Gespräch geht es um die Rolle der jiddischen Kultur im Rumänien der Zwischenkriegszeit, Fragen von Erinnerung, Sprache und Identität im Exil sowie die Aktualität eines Werkes, das Zeugnis einer untergegangenen Welt ablegt.
Herausgeberin Gaëlle Fisher (GWZO) und Carolin Piorun (Dubnow-Institut) im Gespräch, moderiert von Jessica Hughes (detektor.fm)
Uhrzeit: 15:00–16:00 Uhr
Ort: GWZO, Specks Hof, Reichsstr. 4–6, 4. Etg.
Veranstalter: GWZO in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow
Freitag, 20.03.2026
Slowakische Perspektiven: Junge Lyrik aus der Slowakei
Das Podiumsgespräch widmet sich der Anthologie »Junge Lyrik aus der Slowakei. Mladá poézia zo Slovenska«. Herausgeber Michal Tallo stellt die zweisprachige Auswahl von 13 jungen Talenten vor, darunter Minderheitenstimmen sowie experimentelle Ansätze. Die Inhalte des Bandes stehen für offenes gesellschaftliches Engagement und komplexe ansprechende Themen. Im Gespräch geht es um Schönheit, Besonderheit und Ästhetiken der jungen slowakischen Lyrik sowie kulturelle Brücken zwischen Slowakei und Deutschland. Diese Poesie hebt sich von den vorhergehenden Generationen auf ihre Weise ab und lädt ein, ein lebendiges mitteleuropäisches Literaturverständnis (neu) zu entdecken.
Stephan Krause (GWZO) im Gespräch mit Hg. Michal Tallo und Übersetzerin Stefanie Bose
Uhrzeit: 19:30–20:30 Uhr
Ort: GWZO, Specks Hof, Reichsstr. 4–6, 4. Etg.
Veranstalter: GWZO in Kooperation mit dem Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Sachsen und Thüringen, dem Danube Books Verlag und dem Slowakischen Literaturinstitut
Samstag, 21.03.2026
Die Schwarzmeerregion als transkontinentaler Raum
Die Schwarzmeerregion steht seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum weltpolitischer Konflikte und verbindet Balkan, Kaukasus und Ostmitteleuroeuropa. Das neue »Handbook on the History and Culture of the Black Sea Region« versammelt 39 internationale Autor*innen, die Konflikte, Kooperationen und Austauschprozesse von der Antike bis heute analysieren und die Region als eigenständigen transkontinentalen Raum entwerfen. Beleuchtet werden politische Ordnungen, Infrastruktur, Migration sowie ethnische und religiöse Verflechtungen, die lokale Gesellschaften, Imperien und Nationalstaaten prägen und aktuelle Krisen strukturieren.
Podiumsgespräch mit Stefan Rohdewald (Uni Leipzig), Stefan Troebst (GWZO) Kerstin Jobst (Universität Wien), Ninja Bumann (Universität Gießen), Steffi Marung (Universität Leipzig), Florian Riedler (Universität Leipzig) und Dennis Dierks (Universität Leipzig).
Uhrzeit: 18:00–19:30 Uhr
Ort: Stadtbüro Leipzig, Burgplatz 1, Eingang über Markgrafenstraße 3
Veranstalter: GWZO in Kooperation mit der Stadt Leipzig – Referat Internationale Zusammenarbeit, dem Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte der Universität Leipzig und der Südosteuropa-Gesellschaft (SOG)
Samstag, 21.03.2026
Dem Hass widersprechen – Gegen den Rechtsruck in Europa
Die Euphorie der Samtenen Revolution, der hoffnungsvolle Aufbruch in ein neues Europa und heute: der Kampf gegen ultrarechte Kulturpolitik in der Slowakei. Entlang seiner eigenen Geschichte verfolgt der Autor und Journalist Michal Hvorecký den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Mit viel Gespür für die feinen Risse in der Gesellschaft verwebt Michal Hvorecký seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart. Ein mutiger Text über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, die Kraft der Zivilgesellschaft, die neuen Dissidenten des 21. Jahrhunderts und die Notwendigkeit, zu widersprechen.
Stephan Krause (GWZO) im Gespräch mit Michal Hvorecký
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Buchhandlung SeitenBlick, Goetzstraße 2
Veranstalter: GWZO in Kooperation mit der KLETT-Cotta J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger GmbH und dem Tropen Verlag