Thema
Redaktion Armenier im östlichen Europa
Seit 2008 arbeitet das GWZO zu den Armenier*innen im östlichen Europa, die zu den prägenden Minderheiten in der imperial mehrfach überformten Region gehören. Gab es zu dieser Gruppe im deutschsprachigen Raum über Jahrzehnte kaum institutionalisierte Forschung, so wird seit 2014 am GWZO eine eigene Buchreihe herausgegeben, die sich unter dem Titel »Armenier im östlichen Europa - Armenians in Eastern Europe« der Thematik auf Deutsch und Englisch widmet. Seit 2025 wird die Reihe durch eine Kooperation mit führenden Zentren der Armenier*innenforschung in den USA (UCLA) und Europa (Peter-Pazmanay-University) international gestärkt. Ebenfalls seit 2025 existiert am GWZO die Nachwuchsforschungsgruppe »Global Armenia/ns. Entangled Histories of Central and Eastern Europe and the Caucasus«, die zahlreiche neue Forschungsbeiträge zu den Armenien Studies leistet.
In der Publikationsreihe erscheinen Monografien, Sammelbände und Quelleneditionen, wobei die Editionen schwer zugänglicher Quellen und Übersetzungen aus wenig verbreiteten Sprachen ebenso einen Schwerpunkt bilden wie aktuelle Forschungsarbeiten, insbesondere Dissertationen und Habilitationen, die wichtige Beiträge zu den internationalen »Armenian Studies« darstellen.
Theatisch liegt der Armenier*innen-Forschung am GWZO die Hypothese zugrunde, dass die Armenier*innen Ostmittel- und Osteuropas über soziale, wirtschaftliche und kulturelle Handlungsspielräume verfüg(t)en und zahlreiche Städte zwischen Triest und Lemberg, zwischen Narva und Plovdiv – darunter Armenierstadt (heute Gherla) oder Stanislau (heute Ivano-Frankivsk) – sichtbar mitgestalteten. Auch in historischen Regionen wie Siebenbürgen, Pannonien oder Galizien finden sich bis heute Spuren ihrer Präsenz, die zudem immer stark konfessionell geprägt war. Doch auch im wirtschaftlichen Bereich ist die Bedeutung armenischer Händler*innen und Kaufleute nicht zu unterschätzen, waren jene doch Teil eines transkontinentalen armenischen Handelsnetzes, das sich im 17. und 18. Jahrhundert von Amsterdam und London im Westen bis nach Java und Manila im Osten erstreckte.
Mit diesem Ansatz schreibt sich die Reihe in das übergeordnete Forschungsprofil des GWZO ein, das sich epochaler Tiefe und verflechtungsgeschichtlichen und globalhistorisch einbettenden Ansätzen verschrieben hat. Die Bände 1–6 sind beim Böhlau Verlag erschienen. Seit Band 7 erfolgt die Veröffentlichung beim Sandstein Verlag in Dresden auch im Open Access.
Folgende Bände stehen als digitale Open-Access-Version zur Verfügung:
7 | Markus A. Denzel (Hg.) unter Mitarbeit von Anahit Avagyan, Grigor Grigoryan, Hakob Matevosyan und Armine Melkonyan: Das armenische Kaufmannshandbuch des Łukas Vanandecʻi (1699) →