Thema
Die große Utopie aus regionaler Perspektive
Wie lässt sich die Erfahrung der Stadt im Staatssozialismus jenseits des Narrativs vom »großen sozialistischen Urbanisierungsprojekt« interpretieren? Das Forschungsprojekt widmet sich der Sozialgeschichte der modernistischen Architektur im östlichen Europa sowie ihrer heutigen, im Wandel begriffenen, Wahrnehmung.
Die große Utopie aus regionaler Perspektive. Sozialgeschichte und öffentliche Wahrnehmung der modernistischen Architektur des Staatssozialismus im östlichen Europa
Die Studie zielt darauf ab, eine Sozial- und Kulturgeschichte der modernistischen Architektur in der Sowjetunion aus der Perspektive regionaler Erfahrungen zu schreiben. Zugleich erkundet sie, wie das architektonische Erbe heute in verschiedenen nationalen, ideologischen und kulturellen Kontexten dargestellt und wahrgenommen wird. Um den Fokus von den Metropolen auf regionale Zentren zu verlagern, widmet sich das Projekt insbesondere der modernistischen Stadtentwicklung in der sowjetischen Republik Armenien und im Uralgebiet (der sozialistischen Stadt Uralmasch, Jekaterinburg).
Im Zentrum des Projekts steht die Entstehung der lokalen modernistischen Architekturtradition in Armenien und deren Verbindung zur nationalen armenischen Kunst und kulturellen Identität. Untersucht wird somit die Entwicklung einer regionalen Ausprägung der Nachkriegsmoderne, die heute als besonders ikonisch gilt. Dessen aktuelle Wiederaneignung wird vor dem Hintergrund einer allmählichen Neubewertung des sowjetischen Architekturerbes analysiert. Hierfür stützt sich die interdisziplinäre Studie auf Archivmaterialien, Interviews sowie eine Analyse verschiedener Medienquellen.