Thema
Die Klimageschichte des Altai-Gebirges
Diese Studie untersucht den Klimawandel und die Anpassung der Hirtenvölker im Altai-Gebirge (1950–2020). Durch die Integration von Klima-, Demografie- und Landnutzungsdaten mit qualitativer Feldforschung werden dynamische Wechselwirkungen zwischen Umweltveränderungen und den Lebensgrundlagen nomadischer Bevölkerungsgruppen aufgezeigt.
Agrarisierung und Sesshaftmachung: Klimaanpassung nomadischer Hirten im Altai-Gebirge Chinas (1950-2020)
Der Klimawandel wirkt stark auf Hochgebirgsregionen, besonders in ariden Gebieten. Die Altai-Region im trockenen Nordwesten Chinas ist hochgradig gefährdet und verzeichnete in den letzten 40 Jahren einige der schnellsten Temperaturanstiege des Landes. Extremwetter belastet die fragile nomadische Wirtschaft erheblich. Um diese Herausforderungen zu verstehen, untersucht die Studie sowohl Klimamuster als auch gesellschaftliche Reaktionen. Bisherige naturwissenschaftliche Arbeiten fokussieren meist großräumige, langfristige Trends und übersehen kleinere Zeiträume und Regionen; geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung betrachtet vor allem Politik, Migration oder Katastrophen, ohne Klimaaspekte systematisch einzubeziehen. Der Ansatz dieser Studie ist interdisziplinär und kombiniert historische, geografische sowie qualitative und quantitative Methoden. Für den Zeitraum 1950–2020 rekonstruiere ich Entwicklungen von Klima, Bevölkerungsdynamik und Weidenutzung und analysiere ihre Zusammenhänge. Ergänzend zeigen Politikanalysen, Literaturrecherchen und Feldinterviews, wie Hirten klimatische Belastungen wahrnehmen und sich anpassen. Ziel ist ein differenziertes, dynamisches Bild ihrer Anpassungsfähigkeit jenseits früherer stark theoretischer oder makroorientierter Studien. Die Untersuchung ist Teil des Projekts »Melting Mountains: Umwelt, Gesellschaft und die vertikale Klimagrenze im Großaltai (1950–2020)«.