Thema

Die Anfänge der sozialistischen Automobilindustrie in China

Logo gefördert durch DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft

Das Projekt befasst sich mit den Anfängen der chinesischen Automobilindustrie und untersucht dazu die vorsozialistischen Autowerkstätten in Shanghai. Es hebt die Kontinuitäten in Bezug auf Fachwissen und Produktionspraktiken hervor, die den Fahrzeugsektor der frühen Volksrepublik China prägten.

Die Vielschichtigkeit der Ursprünge sozialistischer Automobilität: Shanghai, Kontinuitäten und die chinesische Automobilindustrie um 1949
Herkömmliche Darstellungen der Anfänge der chinesischen Automobilindustrie konzentrieren sich häufig auf die Gründung des »First Automobile Works« (FAW), das in den 1950er Jahren mit sowjetischer Unterstützung errichtet wurde. Das vorliegende Projekt argumentiert hingegen, dass sich zentrale Vorläufer bereits in kleineren, automobilbezogenen Werkstätten in Shanghai vor 1949 finden lassen. Diese Werkstätten bewahrten technisches Wissen, qualifizierte Fachkräfte und Produktionspraktiken, die bis in die frühen Jahre der Volksrepublik fortwirkten. Durch die Nachzeichnung dieser Kontinuitäten untersucht das Projekt, inwiefern industrielle Kapazitäten aus der Zeit vor der Gründung der Volksrepublik China die Entwicklung der sozialistischen Automobilindustrie prägten. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Weitergabe ingenieurtechnischer Expertise und produktionstechnischen Know-hows sowie institutionelle und organisatorische Überschneidungen zwischen Unternehmen vor und nach 1949. Konzeptionell knüpft das Projekt an Karl Gerths Konzept der »unending capitalisms« an und überträgt dieses auf den Bereich der industriellen Produktion. Anstatt das Jahr 1949 als klaren Bruch zu betrachten, untersucht es die Persistenz und Transformation von Produktionspraktiken über politische Systeme hinweg. 

Das Projekt ist Teil des übergeordneten DFG-Forschungsvorhabens »Blockbildung und (Dis)Kontinuitäten«, das transnationale Verbindungen während der Blockbildung zu Beginn des Kalten Krieges untersucht. Durch die Einbeziehung des chinesischen Falls trägt es zu einer globalgeschichtlichen Perspektive auf sozialistische Industrialisierung bei und bietet neue Erkenntnisse für den Vergleich mit sowjetischen und ostmitteleuropäischen Entwicklungen.

 

Teil des Projekts: Blockbildung und (Dis)Kontinuitäten. Transnationale Verbindungen und Transformationen industrieller Betriebe in Ostmitteleuropa und China, 1946–1960 (Jan Zofka)

Externe Projektpartner:
Tomasz Olejniczak; Associate Professor in the Department of Management, Director of Doctoral School, Kozminski University, Warsaw 
Aleš Skřivan; Professor in Economic and Social History, Chair of Department of Economic History, Prague University of Economics and Business 
Valeria Zanier; Associate Professor for Chinese Studies, Universitá di Bologna

Bearbeitet von: