Thema
Die sowjetische Baumwollfrontier in Tadschikistan (1930–1991)
Das Projekt untersucht die sowjetische Baumwollfrontier in Tadschikistan mit einem besonderen Fokus auf Netzwerke der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des Handels, die die Lebenswelten vor Ort mit überregionalen und globalen Prozessen verbanden.
Die sowjetische Baumwollfrontier in Tadschikistan: Wissenstransfer, Handel und Austausch von Fachkräften (1930–1991)
Während Baumwolle bislang häufig im nationalen oder imperialen Kontext untersucht wurde, richtet das Projekt den Blick auf die Austauschprozesse, die die Baumwollanbaugebiete in der Tadschikischen SSR mit der sozialistischen Welt und den übergeordneten globalen Strömen von Wissen, Fachkenntnissen und Rohstoffen verbanden. Ausgehend vom Konzept der »Commodity Frontiers« konzentriert sich das Projekt auf das Vakhsh-Tal und die Baumwollzuchtstation Vakhsh im Süden Tadschikistans, die sich bis in die 1930er Jahre zur wichtigsten Produktionsbasis für den Transfer ägyptischer Baumwollsorten nach Zentralasien entwickelt hatten. Um die Austauschprozesse und Wechselwirkungen zwischen lokaler und globaler Ebene zu untersuchen, verfolgt das Projekt die Herkunft und den Umlauf von Baumwollsamen, die Mobilität von Zuchtexperten sowie die Handelswege nach, über die die lokale Baumwollwirtschaft in die größeren sozialistischen und globalen Märkte integriert war. Diese Studie hinterfragt somit die Wahrnehmung der sozialistischen Welt als autarkes Wirtschaftssystem und hebt ihre Einbettung in transnationale Austauschprozesse, Wissensströme und globale Prozesse wirtschaftlicher Interaktion hervor. Sie ist Teil des GWZO-Projekts »Cotton Empire in the East« im Rahmen der Leibniz-Kooperation »Commodity Frontiers in Eastern Europe (16.–21. Jahrhundert)«.
Zugehöriges Projekt:
»Baumwolle im Ostblock«, bearbeitet von Jan Zofka