Thema
Energiepolitik in Tschechien und der Slowakei
Das Projekt untersucht energiepolitische Transformationsprozesse in Tschechien und der Slowakei (1960er bis 2004). Im Fokus stehen Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und ökologischen Anforderungen.
Zwischen Ökonomie, Versorgungssicherheit und Ökologie: Transformationen der Energiepolitik in Tschechien und der Slowakei (1960er bis 2004)
Die Gewährleistung einer stabilen und wirtschaftlich tragfähigen Energieversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren moderner Volkswirtschaften. Gleichzeitig verursachen fossile Brennstoffe massive ökologische Schäden, die in den 1970er und 1980er Jahren vorrangig aufgrund der (regionalen) Luftverschmutzung und spätestens seit den 1990er Jahren durch ihren Beitrag zum (globalen) Klimawandel wahrgenommen werden.
Im Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und ökologischen Anforderungen untersucht das Projekt die Entwicklung der Energiepolitik in Tschechien und der Slowakei von den 1960er Jahren bis zum EU-Beitritt 2004. Im Mittelpunkt der wirtschaftshistorischen Analyse stehen Ziele, Verlauf, Ergebnisse und Wechselwirkungen dreier sich teils überlagernder Transformationsprozesse: die Reaktionen der kommunistischen Tschechoslowakei auf die Ölpreiskrisen der 1970er Jahre, die Veränderungen während der politischen und wirtschaftlichen Umbrüche nach 1989 sowie die energiepolitischen Anpassungen im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen.
Das Projekt fragt, inwieweit diese Prozesse strukturell verbunden waren, und analysiert Kontinuitäten und Brüche in Akteursnetzwerken, die die Energiepolitik prägten und über die Zäsur von 1989 hinaus wirkten.