Thema

Dekolonisierung tschechischer Feminismen

Während Formen feministischen Wissens und feministische Erkenntnisweisen vom Patriarchat ausgegrenzt und abgewertet wurden, entstehen innerhalb der Bewegung selbst häufig Wissenshierarchien. Das Projekt zielt darauf ab, die Hierarchien aus einer dekolonialen Perspektive zu untersuchen und kollektive Wege zu finden, sie zu adressieren.

Bücherregal mit Büchern zu Feminismus und Frauenrechten, davor ein Bildschirm mit geöffneter Facebook-Webseite.

Dekolonisierung tschechischer Feminismen: Kollektive Wege zu epistemischer Gerechtigkeit
Obwohl die Tschechoslowakei und die Tschechische Republik nie über offizielle Überseekolonien verfügten und daher in traditionellen Darstellungen der Kolonialisierung nicht vorkommen, waren sie historisch am westlichen Kolonialprojekt beteiligt und profitieren weiterhin davon. Infolgedessen scheint das Thema der epistemischen (Un-)Gerechtigkeit in der tschechischen Frauenbewegung und damit auch in der tschechischen Gesellschaft weitgehend übersehen zu werden. Durch die Fokussierung auf dekoloniales Denken und Epistemologien marginalisierter Gruppen, wie rassifizierte Frauen, Menschen mit Behinderungen, Migrant*innen oder Queer-/Trans*-Communities, zielt das Projekt darauf ab, epistemische Hierarchien innerhalb der tschechischen feministischen Bewegung kritisch zu untersuchen, über sie zu reflektieren und letztendlich den Forschungsteilnehmer*innen zu ermöglichen, neue Wege zu finden, um sie zu adressieren.Es wird ein partizipatives Forschungsdesign entwickelt, um zu beleuchten, wie verschiedene Formen feministischen Wissens im tschechischen Kontext produziert und bewertet werden, wobei der Schwerpunkt auf einer bestimmten Facebook-Gruppe liegt, die als wichtiger Ort für Mainstream-feministische Diskurse dient.

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