Themenfeld
Gewalt und Humanitarismus
Wie verändert sich unser Verständnis des 20. Jahrhunderts, wenn wir die Geschichte des Völkermordes an den Armenier*innen und seiner Folgen betrachten? Das Themenfeld widmet sich der Frage, wie sich die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts und deren Folgen neu erzählen lässt, wenn das vielfältige Wirken der armenischen Diaspora nach dem Genozid in den Mittelpunkt rückt – sowohl in Ost- und Südosteuropa als auch im internationalen Raum. Dazu beleuchten wir bislang wenig bekannte Aspekte der Nachwirkungen dieser Gewalt. Im Fokus stehen lokale Orte der humanitären Nothilfe und grenzüberschreitende Netzwerke und Institutionen des internationalen Humanitarismus, ebenso wie kulturelle und literarische Auseinandersetzungen. Damit trägt das Themenfeld dazu bei, die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, inklusive der Wahrnehmung und künstlerischen Repräsentation dieser Gewalt und die Geschichte des internationalen Humanitarismus aus einer armenisch-osteuropäischen Perspektive differenzierter zu verstehen - und macht deutlich, wie eng lokale Erfahrungen, diasporische Dynamiken, transnationale und internationale Entwicklungen miteinander verflochten sind.