Research of the Directorate
Within the Directorate and its two Divisions »Transfer and Publishing« und »Library and Digital Services«, research projects are conducted and third-party funding is acquired by the Directors, Professor Maren Röger, the Deputy Director, Professor Julia Herzberg and the academic staff based in these units. Current projects include studies on cultures of entertainment and visual history in multiethnic cities, as well as research on the »invention« of the Kyivan ecclesiastical historiographical, hagiographical and polemical tradition since the late sixteenth century. Most research projects are affiliated with one of the GWZO's research departments. In addition, the Directorate division »Transfer and Publishing« is home to the art-historical research project »Movement – Encounter – Conflict«, which is being developed in cooperation with the Dresden State Art Collections and is funded by the Free State of Saxony. Research on Armenians in Central and Eastern Europe also forms part of the Directorate's activities. an, das in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden entsteht und vom Freistaat Sachsen gefördert wird.
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Englischsprachiger Sammelband »Gendered Violence in War and the Structures of Silencing. Vergleichende Perspektiven auf Asien und Mittel- und Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg«
Zusammen mit ihrer Kollegin Joohee Kim, Assistenzprofessorin für Frauenstudien an der Duksung Women's University, Seoul, Südkorea, gibt Maren Röger einen Sammelband heraus, der vergleichende Perspektiven auf das Thema geschlechtsspezifische Gewalt in Kriegszeiten im »globalen Osten« bietet. In beiden Regionen wurde der Zweite Weltkrieg mit ungeheurer Brutalität geführt und in beiden Regionen gab es sexualisierte Formen von Gewalt. Das Buch gibt einen Überblick über die bestehende Geschichtsschreibung zu diesem Thema für ein globales englischsprachiges Publikum, das vielleicht nur mit einem der Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt im Zweiten Weltkrieg vertraut ist, und stellt neuere, spezifischere Fallstudien aus dem Forschungsbereich vor. Eines der Ziele ist es, das Verständnis der Kriegserfahrungen von Frauen, der geschlechtsspezifischen Gewalt in Kriegszeiten, der Strukturen des Schweigens in den Jahrzehnten danach, des Zeitpunkts des Beginns der Debatten, der Art und Weise, wie die öffentliche Erinnerung geformt wird, und der noch zu identifizierenden Themen des Schweigens zu vergleichen. Wir decken die rechtlichen, sozialen und politisch-ökonomischen Kontexte auf, die geschlechtsspezifische Kriegsgewalt zum Schweigen brachten oder bringen. Dabei analysieren wir die Strukturen der Debatten, des Schweigens und des Gedächtnisses an transnationalen Erinnerungsorten.
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»Mein polnisches Tagebuch«: Ein Editionsprojekt zu den Memoiren eines Gendarmen aus Österreich im NS-besetzen Polen
Der österreichische Gendarm Adolf Landl war im Zweiten Weltkrieg im deutschen Dienst im Raum Kielce eingesetzt und berichtete ab 1941 heimlich dem polnischen Widerstand über geplante Mordaktionen gegen die polnische und jüdische Bevölkerung. Die Memoiren Adolf Landls, die er Jahre nach dem Krieg unter dem Titel »Mein polnisches Tagebuch« verfasste, schildern den brutalen Besatzungsalltag in Polen aus der Sicht eines unmittelbar Beteiligten. Nach seinem Tod 1963 entdeckt, lösten sie staatsanwaltliche Ermittlungen in Österreich gegen ehemalige Kollegen aus. Danach gerieten sie in Vergessenheit, bis Maren Röger und Jochen Böhler, Direktor des Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien (VWI), sie im Jahr 2010 wiederentdeckten.
Das VWI recherchiert derzeit in Archiven in- und außerhalb Österreichs zum »Fall Landl« und arbeitet – gemeinsam mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und Maren Röger am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig – an einer kritischen wissenschaftlichen Edition der Memoiren Landls.
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Vergnügungskulturen in multiethnischen Städten
Mit Blick auf Vergnügungskulturen werden Öffentlichkeiten in multiethnischen Städten um 1900 erforscht. In der Historiografie verankerte städtische Raumordnungen und Konfliktnarrative sollen auf den Prüfstand gestellt werden.
Die Forschung findet im Rahmen des Dissertationsvorhabens von Vincent Hoyer, M.A. statt und wird von Prof. Dr. Maren Röger betreut. Das Vorhaben ist in der GWZO-Abteilung »Verflechtung und Globalisierung« im Themenfeld »Interkulturalität« angesiedelt und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) drittmittelfinanziert.
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Erfindung der Tradition: Kiewer kirchliche Tradition (1596–1720)
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts setzte ein Prozess der »Erfindung« der Kiewer historiographischen, hagiographischen und polemischen Tradition ein. Er wurde als Rückkehr zu »alten Zeiten« und ursprünglichen Quellen angesehen und dauerte über das gesamte 17. Jahrhundert an.
Das Vorhaben ist in der GWZO-Abteilung »Kultur und Imagination« im Themenfeld »Erbe und Kanon« angesiedelt und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) drittmittelfinanziert.
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Premodern East Slavic Europe Network
Das neue Netzwerk soll das Fachwissen über die vormoderne Periode in der osteuropäischen Geschichte bündeln, um diesen Forschungsbereich zu stärken und seine Sichtbarkeit zu erhöhen. Ziel ist es, den Fokus der Frühneuzeitforschung zu erweitern, indem die Geschichte der Region in die transnationale (oder transimperiale) und transkulturelle Geschichte Europas und Eurasiens integriert wird.
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Melting Mountains: Environment, Society and Vertical Climate Frontier in the Greater Altai (1950-2020)
Das Projekt konzentriert sich auf die Klimageschichte des Großaltai-Hochlandes und zielt darauf ab, die Auswirkungen des Klimawandels auf die an der Peripherie lebenden Bevölkerungsgruppen durch das Konzept der »vertikalen Klimagrenze« neu zu überdenken. Dieser Begriff bezieht sich auf das klimabedingte Vordringen von staatlicher Macht und kolonialen Praktiken in Hochlandregionen.
Die Forschung wird im Kontext des Leibniz-Professorinnenprogramms seit 2024 durch die Leibniz-Gemeinschaft gefördert und unter Leitung von Julia Herzberg durch Andrei Vinogradov realisiert. Am GWZO ist das Projekt der Abteilung »Mensch und Umwelt« zugeordnet.
GWZO prague FLÚ
Die gemeinsame Initiative des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa e. V. (GWZO) und der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (AV ČR), vertreten durch deren Philosophisches Institut (FLÚ), »GWZO prague FLÚ« , veranstaltet Round-Table-Gespräche, Vorträge, Workshops, Konferenzen, Ausstellungsprojekte, veröffentlicht Buch- und Onlinepublikationen und anderes mehr.
Ab 2025 wird zusätzlich das GWZO eine Abteilung zum Thema »Wissen und Partizipation« in Prag aufbauen, die Kooperationen vor Ort noch weiter vertiefen soll.
Die neue Abteilung in Prag wird als dauerhafte strategische Erweiterung des Instituts aufgebaut, in deren inhaltlichen Fokus das Thema des Bürgerwissens, der Citizen Science, steht. Sie wird das Verhältnis zwischen akademisch und außerakademisch erzeugtem Wissen in historischer, gegenwärtiger und transnationaler Perspektive untersuchen und so als methodisch-theoretisches Labor für Bürgerwissen und -beteiligung dienen. Die anvisierten Themen- und Tätigkeitsfeldern (Epistemologie der Naturwissenschaft, Geschichtswissen und Evidenzstrukturen, Werkzeugkasten der Partizipation sowie Partizipative Ausstellungen) werden auch entscheidende inhaltliche Impulse für die Weiterentwicklung des abteilungsübergreifenden GWZO-Forschungsprogramms geben.
Bewegung - Begegnung - Konflikt
Das vom Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus geförderte Projekt wird die Kunstgeschichte des östlichen Europa in der Vormoderne aufarbeiten, um die gemeinsame Kulturgeschichte in ihren komplexen Entwicklungen anhand ausgewählter Objekte sichtbar zu machen. Untersucht wird die Großregion zwischen Baltikum, Schwarzem Meer und Südosteuropa von 1300 bis 1570, als sich kulturelle Eckpunkte, aber auch jene Spannungen entwickelten, die für die gesamte neuzeitliche Geschichte bestimmend wurden.