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Der Völkermord an den Armeniern in der polnischen Literatur im transnationalen Kontext

Diese Studie untersucht, wie der Völkermord an den Armeniern in der sowjetischen und osteuropäischen Literatur dargestellt wurde. Sie analysiert, wie Zensur, Trauma und Diaspora das kulturelle Gedächtnis und den Wissenstransfer über Generationen hinweg geprägt haben.

Drei farbintensive Gemälde von Spartak Arutunyan in einer Ausstellung in Minsk, darunter eine Frau mit Hut und Blumen, anlässlich des 100. Jahrestags des Völkermords an den Armeniern.

Erinnerung, Darstellung und Wissensvermittlung: Der Völkermord an den Armeniern in der Literatur der Sowjetunion und Osteuropas 

Diese Studie untersucht, wie der Völkermord an den Armeniern (1915–1923) in der polnischen Literatur dargestellt, interpretiert und erinnert wurde, und verortet diese Darstellungen innerhalb eines breiteren mittel- und osteuropäischen sowie transnationalen Kontextes. Während der Völkermord in der armenischen, westlichen und russischen Literatur bereits umfassend untersucht wurde, ist seine Rezeption in der polnischen Literatur bislang weitgehend unerforscht. Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie sich polnische Autor*innen mit dem Völkermord auseinandersetzten, sei es in Prosa oder Lyrik, direkt oder durch subtile Anspielungen, und wie sie Literatur nutzten, um mit historischem Schweigen, politischer Zensur und kollektivem Gedächtnis zu interagieren.

Zudem untersucht die Studie, wie das Wissen über den Völkermord nach Polen gelangte – etwa durch Übersetzungen, persönliche Begegnungen, journalistische Berichterstattung, akademische Diskurse oder kulturellen Austausch – und wie diese Quellen die polnische Literaturproduktion sowie deren Rezeption bei Leser*innen und Kritiker*innen prägten. Unter Einbezug von Theorien zu Trauma, Erinnerung und Wissenstransfer zeigt die Forschung, wie polnische Schriftsteller*innen trotz politischer Zwänge und Zensur im gesamten 20. Jahrhundert zur Bewahrung der Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern beitrugen. Ziel des Projekts ist aufzuzeigen, wie die polnische Literatur als Medium der Erinnerung und moralischen Reflexion dient und die armenische Tragödie mit weiterreichenden Fragen historischer Verantwortung und Menschenrechte in Mittel- und Osteuropa verbindet.

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