Die Weltkarte als Zeitungscollage

Schwerpunkt

Verflechtung und Globalisierung

Vernetzungs-, Verräumlichungs- und Kommunikationsprozesse, die Wirtschaft, Kultur, Politik, Recht und Wissenschaft im östlichen Europa vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart grenzüberschreitend geprägt haben, bestimmen die Forschungen des Schwerpunktes Verflechtung und Globalisierung. Die Themenfelder sind an den Schnittstellen geschichtsregionaler Forschung, moderner globalhistorischer Ansätze und vergleichender Area Studies abgesteckt. Der Fokus der behandelten Themen liegt auf Transformationsprozessen, die unter besonderer Berücksichtigung von Interkulturalität, der Verrechtlichung internationaler Beziehungen, grenzüberschreitender Migrationen sowie des Transfers von Ideen und Gütern in globaler Perspektive betrachtet werden.

Vollgestempelter Reisepass der Bella Chagall (Detail)

Themenbereiche im Schwerpunkt Verflechtung und Globalisierung

Interkulturalität

Interkulturalität beschreibt Interaktionen, in denen die Beziehungen von verschiedenen Kulturen nicht von vornherein hierarchisch gedacht werden. Der Fokus liegt auf hybriden Identitäten und auf Individuen, Gruppen und Institutionen, die kulturelle Bezüge jenseits der Nation aufweisen.

Internationale Organisation(en)

Grenzüberschreitende Probleme wurden seit der Mitte des 19. Jahrhundert von internationalen Organisationen reguliert. Sie bilden ein zentrales Thema der Verflechtungs- und Globalisierungsgeschichte, das vor dem Hintergrund des Wandels der politischen und gesellschaftlichen Ordnungen im östlichen Europa seit dem Wiener Kongress behandelt wird.

Rechtskulturen

Rechtliche Entwicklungen im Kontext der Gesellschaften des östlichen Europa werden am Beispiel materieller und immaterieller Eigentumsrechte behandelt, wobei der Fokus auf der »Eigentumskultur« liegt, die zu den zentralen und damit besonders umstrittenen Bereichen der »Rechtskultur« moderner Gesellschaften gehört.

Verräumlichung

Da soziales Handeln (individuelles ebenso wie kollektives) in Raum und Zeit stattfindet, ist Verräumlichung eine zentrale Dimension der Geschichte menschlicher Gesellschaften. Bezogen auf das östliche Europa wird sie am Beispiel von Grenzdynamiken und Migrationsbewegungen untersucht.

Völkerrechtsgeschichte

Die Verrechtlichung der internationalen Beziehungen in Gestalt des Völkerrechts ist ein universell angelegtes Projekt der europäischen Moderne, das in Bezug auf das östliche Europa starke regionale Prägungen aufweist, die den Fokus der Forschungen bilden.

Wirtschaftliche Verflechtungen

Im Zentrum der Forschungen stehen sowohl grenzüberschreitende Handelsbeziehungen, Kapitalflüsse und Netzwerke von Wirtschaftsakteuren als auch Ideen- und Institutionentransfers. Für die Zeit seit dem Ersten Weltkrieg werden dafür neben der West-Ost-Dimension auch andere Raumbeziehungen in den Blick genommen.

Aus der Arbeit des Schwerpunkts

GWZO-Teilprojekt im SFB 1199 geht in zweite Runde

Die DFG hat den Sonder-Forschungsbereich »Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen« für eine weitere Förderperiode verlängert. Die Kooperation der Universität Leipzig, des GWZO, des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) und der Technischen Universität Dresden startete ihre zweite Förderperiode Anfang 2020. Das GWZO-Teilprojekt B03 »Sozialistische Entwicklungsmodelle für die Dritte Welt« leiten Frank Hadler, Uwe Müller und Stefan Troebst.

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Ostmitteleuropa Transnational. Handbuch einer transnationalen Geschichte Ostmitteleuropas

Das mehrbändige Handbuch ist der international erste Versuch, für eine europäische Großregion auf der Grundlage originärer Forschung eine zusammenfassende Darstellung zu deren Transnationalisierungsgeschichte vorzulegen. Der erste Band über die Zeit von der Entstehung der »global condition« in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg ist 2017 erschienen, der zweite Band wird die Zeit von 1914/18 bis 1945/48 und der dritte dann die Periode des Staatssozialismus in Ostmitteleuropa behandeln.

Cover des Handbuchs einer transnationalen Geschichte

Left Performance Histories

Was erzählen Performances aus dem sozialistischen Osteuropa über künstlerische Ausdrucksweisen, politische Kritik oder gesellschaftlich unangepasstes Verhalten? Die Ausstellung »Left Performance Histories«, die von Februar bis März 2018 in der Berliner Galerie ngbk zu sehen war, ging mit kuratorischen Mitteln der osteuropäischen Aktionskunst ab den 1970er Jahren nach und reflektierte deren fortwährende Bedeutung in der Gegenwart. Ein Projekt des DFG-geförderten Netzwerks »Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs«, an dem Beáta Hock für das GWZO beteiligt ist.

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Detail des Flyers zur Kooperationsausstellung von ngbk und GWZO Left Performance Histories

Team im Schwerpunkt

Die Abteilung Verflechtung und Globalisierung

Forschende aus den Disziplinen Zeitgeschichte, Global- und Wirtschaftsgeschichte, aus Kunst- und Literaturwissenschaft sowie Kulturgeschichte arbeiten gemeinsam an einer transnationalen Geschichte des östlichen Europa.

Die Abteilung leitet Prof. Dr. Frank Hadler.

Gäste im Schwerpunkt

Forschen auf Zeit am GWZO

Veranstaltungen im Schwerpunkt

Tagungen, Gastvorträge und mehr

Keine zukünftigen Veranstaltungen vorhanden